Jugendfilmtage in Wilhelmshaven: Filme, die bewegen und zum Nachdenken anregen
Gewalt, Zwang und Alkoholsucht – Themen, die bewegen und gerade junge Menschen vor große Herausforderungen stellen können. Vom 3. bis 5. November stehen diese Themen bei den diesjährigen Jugendfilmtagen in Wilhelmshaven im Mittelpunkt. Im UCI-Kino in der Bahnhofstraße 22 werden mit „Nur eine Frau“ und „22 Bahnen“ zwei Filme gezeigt, die zum Nachdenken anregen, neue Perspektiven eröffnen und dazu einladen, miteinander ins Gespräch zu kommen. Die Jugendfilmtage verbinden Kino mit Präventionsarbeit. Ziel ist es, Jugendliche für wichtige gesellschaftliche und persönliche Themen zu sensibilisieren, ihnen Informationen und Unterstützungsangebote zugänglich zu machen und einen offenen Austausch zu ermöglichen.
Zwei Filme, zwei bewegende Geschichten
Die diesjährigen Jugendfilmtage widmen sich den Themen Gewalt gegen Menschen und Alkoholsucht. Beide Filme erzählen persönliche Geschichten, die zeigen, wie sehr belastende Lebensumstände den Alltag beeinflussen können und wie wichtig Selbstbestimmung, Unterstützung und ein respektvolles Miteinander sind.
„Nur eine Frau“ – Ein Film über Selbstbestimmung und Gewalt
Der Film „Nur eine Frau“ erzählt die wahre Geschichte von Aynur, die sich ein selbstbestimmtes Leben aufbauen möchte. Nachdem sie sich von ihrem gewalttätigen Ehemann trennt und mit ihrem Sohn aus der Türkei nach Deutschland zurückkehrt, stößt sie auch innerhalb ihrer Familie auf Widerstand. Ihr Wunsch nach einem freien Leben endet tragisch: In Berlin wird sie von ihrem jüngsten Bruder auf offener Straße ermordet.
Der Film thematisiert Gewalt, familiären Druck, Kontrolle und Zwangsheirat – Probleme, die Menschen weltweit betreffen. Gleichzeitig wirft er wichtige Fragen zu persönlichen Freiheitsrechten, Gleichberechtigung und dem Schutz der Menschenwürde auf.
„22 Bahnen“ – Wenn Alkoholsucht das Familienleben bestimmt
Im Film „22 Bahnen“ steht Tilda im Mittelpunkt. Ihr Alltag ist von Verantwortung und Belastungen geprägt: Sie studiert, geht arbeiten, schwimmt regelmäßig 22 Bahnen und kümmert sich um ihre kleine Schwester. Gleichzeitig muss sie mit der Alkoholsucht ihrer Mutter umgehen. Tilda versucht, alle Anforderungen miteinander zu vereinbaren und ihrer Schwester ein möglichst stabiles Umfeld zu bieten. Als sich schließlich die Aussicht auf eine bessere Zukunft eröffnet, gerät die Situation zu Hause erneut außer Kontrolle. Der Film zeigt eindrücklich, wie sich eine Suchterkrankung auf das gesamte Familienleben auswirken kann und wie viel Verantwortung Kinder und Jugendliche übernehmen, wenn ein Elternteil abhängig ist.
Kino als Ausgangspunkt für wichtige Gespräche
Die Jugendfilmtage möchten mehr sein als ein gewöhnlicher Kinobesuch. Gerade in der Übergangsphase zwischen Jugend und Erwachsenwerden begegnen junge Menschen vielen Fragen rund um Beziehungen, persönliche Grenzen, Verantwortung und den Umgang mit schwierigen Situationen. Deshalb erwartet die Schülerinnen und Schüler auch in diesem Jahr ein ergänzendes Präventionsangebot. Verschiedene Institutionen stellen ihre Informationsstände im Foyer auf und bieten vor Filmbeginn Mitmachaktionen an. So können die Jugendlichen direkt mit Fachkräften ins Gespräch kommen, Fragen stellen und sich über Beratungs- und Hilfsangebote informieren. Für die Nachbereitung im Unterricht können Lehrkräfte bei Bedarf zusätzliches Material erhalten. Dadurch lassen sich die Eindrücke aus den Filmen aufgreifen und gemeinsam vertiefen. Ein weiterer Bestandteil des Programms ist der Kurzfilm „Zivilcourage – Was würdest du tun?“, der vorab gezeigt wird und in Wilhelmshaven entstanden ist. Er regt dazu an, über das eigene Verhalten in schwierigen Situationen nachzudenken und sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie jede und jeder Einzelne Verantwortung übernehmen kann.
Gemeinsam stark in der Prävention
Hinter den Jugendfilmtagen steht die Arbeitsgemeinschaft Jugendfilmtage, in der zahlreiche Einrichtungen und Institutionen aus Wilhelmshaven und der Region zusammenarbeiten. Beteiligt sind unter anderem pro familia, die Aids-Beratung des Gesundheitsamtes, die Jugendpflege, der Jugendschutz, das Migrationsbüro und Streetwork der Stadt Wilhelmshaven, das Jugendzentrum Point, die Aids-Hilfe Wilhelmshaven/Friesland/Wittmund, die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland, die Diakonie – Fachstelle Sucht, der Verein für kommunale Prävention, die Jade Hochschule und das UCI-Kino. Je nach Termin ist auch das Frauenhaus vor Ort. Die Zusammenarbeit zeigt, wie vielfältig Präventionsarbeit sein kann.

Das Interesse an der Veranstaltung ist groß: Bereits zum Zeitpunkt des Pressegesprächs lagen rund 800 Anmeldungen vor. Damit rechneten die Veranstalter damit, die Teilnehmerzahl des Vorjahres zu übertreffen. Die Teilnahme ist für Schülerinnen und Schüler ab der 8. Klasse möglich.





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