Vortragsreihe Bevölkerungsschutz: Sicher Zuhause - Brände vermeiden
- Marnie Menkens

- vor 7 Stunden
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Im Rahmen der dreiteiligen Vortragsreihe zum Bevölkerungsschutz, organisiert vom Verein kommunale Prävention (VkP) in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr, stand im letzten Vortrag am 26. Januar 2026 der Brandschutz im eigenen Zuhause im Mittelpunkt. Brandamtsrat Holger Erber informierte die Teilnehmenden über typische Gefahrenquellen, vorbeugende Maßnahmen und richtiges Verhalten im Ernstfall. Passend zur Zielsetzung des Vereins und der Geschäftsführerin Marnie Menkens, die Lebensbedingungen in Wilhelmshaven nachhaltig zu verbessern, lag der Fokus auf praktischer Aufklärung und Alltagsrisiken.

Elektrizität als häufige Brandursache
Statistisch gesehen zählt Elektrizität zu den häufigsten Auslösern von Wohnungsbränden: Zwischen 2002 und 2021 war sie für rund ein Drittel aller Brandursachen verantwortlich. Besonders problematisch seien überlastete Mehrfachsteckdosen oder alte Steckdosenleisten, die jahrelang ungenutzt lagerten und durch Staubablagerungen leicht entflammbar würden. Leistungsstarke Elektrogeräte dürften grundsätzlich nicht an Mehrfachsteckdosen betrieben werden, da diese nur begrenzte Wattzahlen verkraften. Ebenso sei das Hintereinanderschalten von Steckdosenleisten oder das Anschließen von Verlängerungskabeln an Mehrfachsteckdosen ein erhebliches Risiko.
Auch der Umgang mit Akkus erfordere besondere Vorsicht: Sie sollten nur mit Original-Ladegeräten, auf nicht brennbaren Unterlagen und niemals unbeaufsichtigt geladen werden. Die optimale Umgebungstemperatur liege im Bereich normaler Raumtemperatur. Beschädigte Akkus dürften keinesfalls weiterverwendet werden. Weitere typische Brandquellen seien brennbare Gegenstände auf Herdplatten, unbeaufsichtigte Kerzen, eingeschaltete Bügeleisen oder Rauchen im Bett – insbesondere gefährlich, da der Geruchssinn im Schlaf nicht zuverlässig funktioniert.
Gefahr durch Fettbrände
Besonders eindrücklich wurde auf das Risiko von Fettbränden hingewiesen. Brennendes Öl oder Fett dürfe niemals mit Wasser gelöscht werden. Stattdessen sollten spezielle Fettbrandlöscher (Brandklasse F) verwendet werden. Ist es noch gefahrlos möglich, kann auch ein passender Deckel auf das brennende Kochgeschirr gelegt werden, um die Flammen zu ersticken. Ein Demonstrationsfilm zeigte, dass schon eine kleine Menge Wasser eine meterhohe Stichflamme auslösen kann, da das Wasser schlagartig verdampft und das Feuer durch Sauerstoffzufuhr verstärkt.
Für Bereiche, in denen Rauchmelder nicht vorgeschrieben sind – etwa in Küchen –, empfahl Erber alternative Sicherheitstechnik wie Temperaturmelder oder automatische Herdabschaltungen.
Warnmelder und richtiges Verhalten im Brandfall
Moderne Rauchwarnmelder verfügen über Batterien mit bis zu zehn Jahren Laufzeit und können funkvernetzt werden. In Räumen mit Feuerstellen oder Heizsystemen wie Kaminöfen, Gas- oder Ölheizungen seien zusätzlich Kohlenmonoxidmelder wichtig.
Kleine Entstehungsbrände lassen sich mit Wasser oder geeigneten Feuerlöschern der Brandklasse A bekämpfen. Dabei gilt: immer vom vorderen Bereich des Feuers nach hinten löschen und zuerst den eigenen Fluchtweg sichern. Aufzüge dürfen im Brandfall nicht benutzt werden. Türen sollten geschlossen, aber nicht verriegelt sein, der Wohnungsschlüssel sollte stecken bleiben.
Bei verrauchten Treppenhäusern ist es sicherer, in der Wohnung zu bleiben. Die Tür kann mit feuchten Tüchern abgedichtet werden, um das Eindringen von Rauch zu verhindern. Man sollte sich in einen möglichst brandfernen Raum begeben und sich über Fenster oder Balkon für die Feuerwehr bemerkbar machen.
Menschenrettung hat Vorrang
Grundsatz jeder Maßnahme sei: Menschenleben gehen vor Brandbekämpfung. Wohnungen seien zwar baulich durch feuerhemmende Wände und Decken geschützt, dennoch dürfe niemand in eine brennende Wohnung zurückkehren. Abstand zum Brandherd sei entscheidend für die eigene Sicherheit.
Abschließend gab Erber eine Reihe präventiver Hinweise: Asche und Zigarettenreste niemals in brennbare Behälter entsorgen, Gas- und Elektrogeräte nur durch Fachbetriebe warten lassen, beschädigte Kabel austauschen und Heizgeräte weder abdecken noch zum Trocknen von Kleidung verwenden.
Zum Abschluss bedankte sich der Vereinsvorsitzende Peter Lewald, ehemaliger Brandursachenermittler der Polizei, bei allen Beteiligten für die informative und praxisnahe Veranstaltung.
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