top of page
Logo mit Ä_edited.png

ADFC Wilhelmshaven gibt Tipps – Fahrrad richtig einstellen und pflegen (30. Juli 2025)

WZ-Serie "Sicherheit im Alter": Wer sein Fahrrad richtig einstellt und pflegt, hat mehr Freude am Radfahren und vermeidet Schmerzen. Jörg Breuler vom ADFC Wilhelmshaven weiß, worauf zu achten ist. Das sind seine wichtigsten Tipps.


Jörg Breuler ist zweiter Vorsitzender und zertifizierter Tourenleiter im ADFC-Kreisverband Wilhelmshaven
Jörg Breuler ist zweiter Vorsitzender und zertifizierter Tourenleiter im ADFC-Kreisverband Wilhelmshaven

Das Fahrrad ist ein gesundes, umweltfreundliches Verkehrsmittel. Damit es auch sicher bleibt, empfiehlt der ADFC Wilhelmshaven, auf die richtige Technik und Ergonomie zu achten. „Wer sein Fahrrad gut pflegt und passend einstellt, hat nicht nur mehr Komfort, sondern senkt auch das Verletzungsrisiko erheblich“, sagt Jörg Breuler, zweiter Vorsitzender und zertifizierter Tourenleiter im ADFC-Kreisverband Wilhelmshaven. Das sind seine wichtigsten Tipps:


Die richtige Sitzposition

Eine optimale Sitzhaltung entlastet Rücken, Knie und Gelenke und beugt Schmerzen vor. Wichtig ist die korrekte Einstellung von Sattel- und Lenkerhöhe – abgestimmt auf den Fahrradtyp.

Typische Beschwerden bei falscher Haltung sind etwa Schmerzen in der Achillessehne. Die Ursache: der Sattel ist zu hoch eingestellt und der Fuß beim unteren Pedalhub zu stark gestreckt. Zudem können zu niedrige oder zu weit vorne eingestellte Sattel zu Knieschmerzen führen. Zu Schmerzen im oberen Rücken kann es kommen, wenn der Sattel deutlich höher als der Lenker steht – dadurch wird die Rückenmuskulatur überfordert.

Bei Schmerzen im unteren Rücken ist der Sattel zu hoch oder Sitzposition zu aufrecht. Die Folge: Erschütterungen belasten die Wirbelsäule.

Taube Hände oder Druck in den Händen können ebenfalls mit dem Sattel zusammenhängen. In diesen Fällen ist er zumeist zu weit vorn oder zu tief. Wer über Schulterschmerzen klagt, sollte indessen aufrechter sitzen oder einen schmaleren Lenker wählen.

Ein Taubheitsgefühl im Gesäß oder Genitalbereich kann indes an einer zu stark nach unten geneigten Sattelnase oder einem zu hoch eingestellten Sattel liegen. Eine leichte Korrektur schafft schon Abhilfe. Schmerzt der Nacken, war die Sitzposition zu sportlich, der Lenker zu tief, Sattel zu hoch oder Vorbau zu lang.


Die Sattelhöhe korrekt einstellen – mit der Fersenmethode

Die Fersenmethode ist einfach, schnell und ohne Werkzeug anwendbar:

Aufs Fahrrad setzen

Pedal ganz nach unten drehen

Ferse auf das untere Pedal stellen

Bein ist gestreckt? Dann hat der Sattel die perfekte Höhe

Knie noch angewinkelt? Sattel ist zu niedrig

Ferse erreicht Pedal nicht? Sattel ist zu hoch

Radfahrer sollten zudem während der Fahrt auf dem Sattel hin und her rutschen. Ist er noch zu hoch, sollte er 1 bis 2 Zentimeter tiefer eingestellt werden.


Technische Sicherheit checken

Ein verkehrssicheres Fahrrad ist nicht nur Pflicht, sondern schützt auch aktiv vor Unfällen. Zur Muss-Ausstattung zählen eine helltönende Klingel, zwei unabhängige Bremsen, Pedale mit gelben Rückstrahlern (vorn und hinten), ein weißer Frontscheinwerfer und rotes Rücklicht (auch mit Akku erlaubt), Reflektoren seitlich: Reflektorstreifen, Speichenreflektoren oder -clips, ein weißer Reflektor vorn, und ein roter Großrückstrahler hinten.

Wichtig: Alle Lichtanlagen benötigen das Prüfzeichen des Kraftfahrt-Bundesamts (K-Nummer).


Richtig fahren – vor allem mit E-Bikes

Pedelecs (umgangssprachlich: E-Bikes) sind schwerer und schneller als herkömmliche Räder. Die Geschwindigkeit von 25 km/h ist oft rasch erreicht – was zu unterschätzten Risiken führt, vor allem auf Gehwegen oder in unübersichtlichen Bereichen. Der ADFC empfiehlt deshalb, besonders vorausschauend und angepasst zu fahren. Auf freigegebenen Gehwegen sollte keine Höchstgeschwindigkeit gefahren werden.

Bei Unsicherheit: Straße nutzen, sofern kein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist. In der dunklen Jahreszeit sind Warnwesten oder reflektierende Kleidung wichtig. Und: Fahrradhelm aufsetzen! Er schützt zuverlässig vor schweren Kopfverletzungen.


Rücksicht und Regelkunde

Unfälle lassen sich vermeiden, wenn sich alle Verkehrsteilnehmenden an die Verkehrsregeln halten, ihre Fahrräder regelmäßig technisch überprüfen und sich rücksichtsvoll gegenüber anderen verhalten.


Kommentare


bottom of page