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VKP-Mitglied Rolf Lienau informiert über Protatakrebs

Prostatakrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Jährlich werden nach Angaben von Fachgesellschaften rund 75.000 neue Fälle festgestellt. Wird ein Tumor in einem frühen Stadium erkannt, sind die Therapie- und Heilungsaussichten meist gut. Trotzdem nehmen viele Männer die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen nicht oder erst spät wahr.

Der Wilhelmshavener Arzt Rolf Lienau setzt sich seit Jahren für eine verbesserte Früherkennung ein. Auf Initiative des Verein zur Förderung kommunaler Prävention (VKP) wirbt er erneut für den sogenannten PSA-Test. Der Verein hat die Gesundheitsvorsorge in diesem Jahr zu einem zentralen Thema gemacht.


Dr. disc. pol. Rolf Lienau war lange in der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs aktiv und ist VKP-Mitglied
Dr. disc. pol. Rolf Lienau war lange in der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs aktiv und ist VKP-Mitglied

Persönliche Erfahrung als Antrieb

Lienau kennt die Bedeutung einer frühen Diagnose aus eigener Betroffenheit. 2008 wurde bei ihm selbst Prostatakrebs festgestellt; eine Operation war notwendig. Nach seiner Darstellung blieb der Tumor trotz regelmäßiger Untersuchungen zunächst unentdeckt. Für ihn steht daher fest: Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Aus seiner Sicht braucht es dafür möglichst zuverlässige und empfindliche Untersuchungsmethoden.





Unterschiedliche Vorsorgeangebote

Männer ab 45 Jahren haben derzeit Anspruch auf eine kostenlose Tastuntersuchung der Prostata. Darüber hinaus kann der PSA-Wert im Blut bestimmt werden. Dieser Test gilt bislang häufig als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und muss daher meist privat bezahlt werden. Diese Regelung wird seit Jahren von verschiedenen Fachleuten und Interessenvertretungen kritisch diskutiert.

Während die Tastuntersuchung Veränderungen oft erst in späteren Stadien erfassen kann, gilt der PSA-Test als sensibleres Verfahren, um mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken – also noch bevor Beschwerden auftreten. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Veränderungen der Prostata hinweisen; Krebs ist dabei eine mögliche, jedoch nicht die einzige Ursache.


Leitlinien empfehlen PSA-Test

Nach Angaben des Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe wird bei etwa jedem vierten Mann mit erhöhtem PSA-Wert im Anschluss an weitere Untersuchungen tatsächlich ein Tumor festgestellt. Liegt der Wert über zehn Nanogramm pro Milliliter, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich.

Die aktuellen deutschen Leitlinien zur Früherkennung von Prostatakrebs empfehlen seit dem vergangenen Jahr den PSA-Test als Bestandteil der Vorsorge für Männer ab 45 Jahren. Die alleinige Tastuntersuchung wird demnach nicht mehr als ausreichend angesehen. Bei auffälligen Befunden folgen in der Regel weiterführende Untersuchungen, beispielsweise eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata.

Mit diesen Empfehlungen verbinden Befürworter die Hoffnung, dass der PSA-Test künftig regulär von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Bis zu einer möglichen Umsetzung können jedoch noch einige Monate oder Jahre vergehen. Deshalb raten Experten Männern ab 45, sich aktiv über die verfügbaren Vorsorgemöglichkeiten zu informieren und das Gespräch mit ihrem Arzt zu suchen.



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