76 Ergebnisse gefunden mit einer leeren Suche
- VKP-Mitglied Rolf Lienau informiert über Protatakrebs
Prostatakrebs ist die am häufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Männern in Deutschland. Jährlich werden nach Angaben von Fachgesellschaften rund 75.000 neue Fälle festgestellt. Wird ein Tumor in einem frühen Stadium erkannt, sind die Therapie- und Heilungsaussichten meist gut. Trotzdem nehmen viele Männer die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen nicht oder erst spät wahr. Der Wilhelmshavener Arzt Rolf Lienau setzt sich seit Jahren für eine verbesserte Früherkennung ein. Auf Initiative des Verein zur Förderung kommunaler Prävention (VKP) wirbt er erneut für den sogenannten PSA-Test. Der Verein hat die Gesundheitsvorsorge in diesem Jahr zu einem zentralen Thema gemacht. Dr. disc. pol. Rolf Lienau war lange in der Selbsthilfegruppe Prostatakrebs aktiv und ist VKP-Mitglied Persönliche Erfahrung als Antrieb Lienau kennt die Bedeutung einer frühen Diagnose aus eigener Betroffenheit. 2008 wurde bei ihm selbst Prostatakrebs festgestellt; eine Operation war notwendig. Nach seiner Darstellung blieb der Tumor trotz regelmäßiger Untersuchungen zunächst unentdeckt. Für ihn steht daher fest: Je früher eine Krebserkrankung erkannt wird, desto besser sind in der Regel die Chancen auf eine erfolgreiche Behandlung. Aus seiner Sicht braucht es dafür möglichst zuverlässige und empfindliche Untersuchungsmethoden. Unterschiedliche Vorsorgeangebote Männer ab 45 Jahren haben derzeit Anspruch auf eine kostenlose Tastuntersuchung der Prostata. Darüber hinaus kann der PSA-Wert im Blut bestimmt werden. Dieser Test gilt bislang häufig als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) und muss daher meist privat bezahlt werden. Diese Regelung wird seit Jahren von verschiedenen Fachleuten und Interessenvertretungen kritisch diskutiert. Während die Tastuntersuchung Veränderungen oft erst in späteren Stadien erfassen kann, gilt der PSA-Test als sensibleres Verfahren, um mögliche Auffälligkeiten frühzeitig zu entdecken – also noch bevor Beschwerden auftreten. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Veränderungen der Prostata hinweisen; Krebs ist dabei eine mögliche, jedoch nicht die einzige Ursache. Leitlinien empfehlen PSA-Test Nach Angaben des Bundesverband Prostatakrebs Selbsthilfe wird bei etwa jedem vierten Mann mit erhöhtem PSA-Wert im Anschluss an weitere Untersuchungen tatsächlich ein Tumor festgestellt. Liegt der Wert über zehn Nanogramm pro Milliliter, steigt die Wahrscheinlichkeit deutlich. Die aktuellen deutschen Leitlinien zur Früherkennung von Prostatakrebs empfehlen seit dem vergangenen Jahr den PSA-Test als Bestandteil der Vorsorge für Männer ab 45 Jahren. Die alleinige Tastuntersuchung wird demnach nicht mehr als ausreichend angesehen. Bei auffälligen Befunden folgen in der Regel weiterführende Untersuchungen, beispielsweise eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Prostata. Mit diesen Empfehlungen verbinden Befürworter die Hoffnung, dass der PSA-Test künftig regulär von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen wird. Bis zu einer möglichen Umsetzung können jedoch noch einige Monate oder Jahre vergehen. Deshalb raten Experten Männern ab 45, sich aktiv über die verfügbaren Vorsorgemöglichkeiten zu informieren und das Gespräch mit ihrem Arzt zu suchen. Einen ähnlichen Artikel gibt es hier: https://zeitungskiosk.nwzonline.de/titles/wilhelmshavenerzeitung/6387/publications/3563/pages/4/articles/2458346/4/2
- Vortragsreihe Bevölkerungsschutz: Sicher Zuhause - Brände vermeiden
Im Rahmen der dreiteiligen Vortragsreihe zum Bevölkerungsschutz, organisiert vom Verein kommunale Prävention (VkP) in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr, stand im letzten Vortrag am 26. Januar 2026 der Brandschutz im eigenen Zuhause im Mittelpunkt. Brandamtsrat Holger Erber informierte die Teilnehmenden über typische Gefahrenquellen, vorbeugende Maßnahmen und richtiges Verhalten im Ernstfall. Passend zur Zielsetzung des Vereins und der Geschäftsführerin Marnie Menkens, die Lebensbedingungen in Wilhelmshaven nachhaltig zu verbessern, lag der Fokus auf praktischer Aufklärung und Alltagsrisiken. Holger Erber (Brandamtsrat Feuerwehr Wilhelmshaven) informiert über Brandschutz. Bild: VKP Elektrizität als häufige Brandursache Statistisch gesehen zählt Elektrizität zu den häufigsten Auslösern von Wohnungsbränden: Zwischen 2002 und 2021 war sie für rund ein Drittel aller Brandursachen verantwortlich. Besonders problematisch seien überlastete Mehrfachsteckdosen oder alte Steckdosenleisten, die jahrelang ungenutzt lagerten und durch Staubablagerungen leicht entflammbar würden. Leistungsstarke Elektrogeräte dürften grundsätzlich nicht an Mehrfachsteckdosen betrieben werden, da diese nur begrenzte Wattzahlen verkraften. Ebenso sei das Hintereinanderschalten von Steckdosenleisten oder das Anschließen von Verlängerungskabeln an Mehrfachsteckdosen ein erhebliches Risiko. Auch der Umgang mit Akkus erfordere besondere Vorsicht: Sie sollten nur mit Original-Ladegeräten, auf nicht brennbaren Unterlagen und niemals unbeaufsichtigt geladen werden. Die optimale Umgebungstemperatur liege im Bereich normaler Raumtemperatur. Beschädigte Akkus dürften keinesfalls weiterverwendet werden. Weitere typische Brandquellen seien brennbare Gegenstände auf Herdplatten, unbeaufsichtigte Kerzen, eingeschaltete Bügeleisen oder Rauchen im Bett – insbesondere gefährlich, da der Geruchssinn im Schlaf nicht zuverlässig funktioniert. Gefahr durch Fettbrände Besonders eindrücklich wurde auf das Risiko von Fettbränden hingewiesen. Brennendes Öl oder Fett dürfe niemals mit Wasser gelöscht werden. Stattdessen sollten spezielle Fettbrandlöscher (Brandklasse F) verwendet werden. Ist es noch gefahrlos möglich, kann auch ein passender Deckel auf das brennende Kochgeschirr gelegt werden, um die Flammen zu ersticken. Ein Demonstrationsfilm zeigte, dass schon eine kleine Menge Wasser eine meterhohe Stichflamme auslösen kann, da das Wasser schlagartig verdampft und das Feuer durch Sauerstoffzufuhr verstärkt. Für Bereiche, in denen Rauchmelder nicht vorgeschrieben sind – etwa in Küchen –, empfahl Erber alternative Sicherheitstechnik wie Temperaturmelder oder automatische Herdabschaltungen. Warnmelder und richtiges Verhalten im Brandfall Moderne Rauchwarnmelder verfügen über Batterien mit bis zu zehn Jahren Laufzeit und können funkvernetzt werden. In Räumen mit Feuerstellen oder Heizsystemen wie Kaminöfen, Gas- oder Ölheizungen seien zusätzlich Kohlenmonoxidmelder wichtig. Kleine Entstehungsbrände lassen sich mit Wasser oder geeigneten Feuerlöschern der Brandklasse A bekämpfen. Dabei gilt: immer vom vorderen Bereich des Feuers nach hinten löschen und zuerst den eigenen Fluchtweg sichern. Aufzüge dürfen im Brandfall nicht benutzt werden. Türen sollten geschlossen, aber nicht verriegelt sein, der Wohnungsschlüssel sollte stecken bleiben. Bei verrauchten Treppenhäusern ist es sicherer, in der Wohnung zu bleiben. Die Tür kann mit feuchten Tüchern abgedichtet werden, um das Eindringen von Rauch zu verhindern. Man sollte sich in einen möglichst brandfernen Raum begeben und sich über Fenster oder Balkon für die Feuerwehr bemerkbar machen. Menschenrettung hat Vorrang Grundsatz jeder Maßnahme sei: Menschenleben gehen vor Brandbekämpfung. Wohnungen seien zwar baulich durch feuerhemmende Wände und Decken geschützt, dennoch dürfe niemand in eine brennende Wohnung zurückkehren. Abstand zum Brandherd sei entscheidend für die eigene Sicherheit. Abschließend gab Erber eine Reihe präventiver Hinweise: Asche und Zigarettenreste niemals in brennbare Behälter entsorgen, Gas- und Elektrogeräte nur durch Fachbetriebe warten lassen, beschädigte Kabel austauschen und Heizgeräte weder abdecken noch zum Trocknen von Kleidung verwenden. Zum Abschluss bedankte sich der Vereinsvorsitzende Peter Lewald, ehemaliger Brandursachenermittler der Polizei, bei allen Beteiligten für die informative und praxisnahe Veranstaltung. Einen ähnlichen Artikel gibt es hier: https://www.nwzonline.de/wilhelmshaven/brandverhuetung-zu-hause-tipps-zur-vermeidung-von-braenden-in-wilhelmshaven_a_4,2,3644794857.html
- VKP startet mit vielfältigen Präventionsprojekten ins Jahr 2026
Aufklärung über Suchtgefahren, Förderung von Zivilcourage, Streitschlichterarbeit und Selbstbehauptungskurse: Der Verein für kommunale Prävention (VKP) blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2026. Bereits rund 40 Veranstaltungen und Projekte sind fest eingeplant, weitere Vorhaben befinden sich in Vorbereitung. Der Vorsitzende des Vereins, Peter Lewald, stellte gemeinsam mit der Geschäftsführerin Marnie Menkens die inhaltlichen Schwerpunkte und Ziele für das kommende Jahr vor. Gesundheitsprävention gewinnt an Bedeutung Ein besonderer Fokus liegt 2026 auf der Gesundheitsprävention. Geplant sind unterschiedliche Formate wie Vorträge, Workshops und Mitmachangebote, unter anderem zur Prävention von Suchterkrankungen. Diese Angebote richten sich grundsätzlich an alle Altersgruppen. Gerade bei suchtbezogenen Themen sei es jedoch wichtig, junge Menschen frühzeitig zu erreichen, betont Lewald. Auch die bewährte Zusammenarbeit mit Schulen wird fortgesetzt und weiter ausgebaut. Ein zentrales Projekt bleibt dabei die Streitschlichterarbeit. Schülerinnen und Schüler werden geschult, um kleinere Konflikte im Schulalltag eigenständig und friedlich zu lösen. Mittlerweile beteiligen sich nicht nur Grundschulen, sondern zunehmend auch weiterführende Schulen an dem Programm. Peter Lewald (Vorsitzender) und Marnie Menkens (Geschäftsführerin) blicken positiv ins Jahr 2026. Bild: Stephan Giesers Streitschlichter-Symposium und Tag der Zivilcourage Erstmals ist für die zweite Jahreshälfte ein Streitschlichter-Symposium geplant. Dabei sollen sich die engagierten Jugendlichen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam einen erlebnisreichen Tag verbringen. Bereits fest im Kalender steht der Tag der Zivilcourage am 11. März. An diesem Tag werden Menschen ausgezeichnet, die durch ihr Handeln anderen in schwierigen oder gefährlichen Situationen geholfen haben und damit ein besonderes Maß an Mut und Verantwortung gezeigt haben. Erfolgreiche Projekte werden weiterentwickelt An bewährten Angeboten hält der VKP nicht nur fest, sondern erweitert sie gezielt. Dazu zählen die Selbstbehauptungs- und Selbstverteidigungskurse für Frauen, die im vergangenen Jahr auf große Resonanz gestoßen sind. In diesem Jahr werden zusätzliche Kurse für Seniorinnen sowie für Mädchen angeboten. Auch die Präventionskampagne „Klippo“ wird weiter vorangetrieben. Beteiligt sind zahlreiche Geschäfte und Einrichtungen, die Kindern in bedrohlichen Situationen als sichere Anlaufstellen dienen. Um das Projekt weiter bekannt zu machen, plant der VKP in diesem Jahr ein gemeinsames „Klippo“-Fest für alle Beteiligten. In diesem Rahmen soll auch ein Film Premiere feiern, der von Grundschülerinnen und Grundschülern erarbeitet wurde. Darüber hinaus versteht sich der VKP weiterhin als Ansprechpartner für alle Fragen rund um Prävention und Sicherheit. Erweiterte Sprechzeiten im VKP-Büro „Wir haben stets ein offenes Ohr für Anregungen, Ideen und Anliegen aus der Bevölkerung“, betont Geschäftsführerin Marnie Menkens. Im VKP-Büro in der Störtebekerstraße 3 bietet sie regelmäßig dienstags von 10 bis 13 Uhr eine offene Sprechzeit an. Neu hinzu kommt ein weiteres Beratungsangebot: Volker Perschmann (Schatzmeister VKP) steht als ehrenamtlicher Sicherheitsberater jeden ersten Montag im Monat von 16:30 bis 18:00 Uhr für Fragen rund um das Thema Sicherheit zur Verfügung. Der erste Termin findet am 2. März statt. Ein ähnlicher Artikel ist hier zu finden: https://zeitungskiosk.nwzonline.de/titles/wilhelmshavenerzeitung/6387/publications/3539/pages/6/articles/2441841/6/1
- Selbstverteidigungskurs für Frauen im Februar/März
Bereits im vergangenen Jahr war unser Selbstverteidigungsprojekt sehr erfolgreich: Wir haben deutlich mehr Anfragen erhalten, als Plätze zur Verfügung standen. Aufgrund dieser großen Nachfrage haben wir uns entschieden, das Angebot in diesem Jahr auszubauen und insgesamt vier Selbstverteidigungskurse mit unterschiedlichen Uhrzeiten und Altersbeschränkungen anzubieten. So möchten wir noch gezielter auf verschiedene Zielgruppen eingehen, unter anderem auf Mütter, Mädchen und Seniorinnen. Den Auftakt macht zunächst der folgender erster Kurs: In Kooperation mit dem Kampfkunststudio Krebser bieten wir einen Selbstverteidigungskurs für Frauen im Alter von 18 bis 50 Jahren an. Ort: Kampfkunststudio Krebser, Schulstraße 4/6, 26384 Wilhelmshaven Dauer: 3 Wochen Termine (donnerstags): 26.02. | 05.03. | 12.03. Uhrzeit: 10:00 – 12:00 Uhr Teilnahmegebühr: 10 € pro Person (Barzahlung beim ersten Termin) Teilnehmerinnenzahl: max. 13 Frauen (nur für Frauen, die an allen drei Terminen teilnehmen können. Es kann keine Kinderbetreuung gewährleistet werden.) Anmeldung bis zum 19. Februar 2026 telefonisch: 04421 / 77 80 94 per E-Mail: info@vkp-whv.de Wir freuen uns auf euch!
- Kiwanis-Club WHV/FRI spendet 2.500 Euro für Ferienfreizeit
Kiwanis-Club spendet 2.500 € an den Verein Kommunale Prävention Wilhelmshaven Eine Spende in Höhe von 2.500 € übergab der Kiwanis-Club Wilhelmshaven-Friesland e.V. an den Verein Kommunale Prävention Wilhelmshaven (VKP). Strahlende Gesichter über den großartigen Erlös der Veranstaltung. Von links, Matthias Witte, Ole Janßen, Sonja Janßen, Reiner Scherf, Heike Bartos, Thorsten Wunschik, Peter Lewald, Rainer Leicht. Foto: Kiwanis WHV/FRI Durch den Verkauf von Bratwurst Ende November 2025 während der Adventsausstellung bei Blumen Janßen in der Friedenstraße in Wilhelmshaven konnten die ehrenamtlich tätigen Mitglieder des Clubs diesen Betrag erwirtschaften. Peter Lewald, 1. Vorsitzender des VKP, nahm den symbolischen Spendenscheck dankend entgegen und berichtete, dass mit dem Geld – wie auch in den Vorjahren – die Ferienfreizeit im Schullandheim Waldhaus bei Zetel unterstützt wird. „Dort können rund 30 Kinder aus sozial herausfordernden Lebenssituationen ein paar unbeschwerte Tage verbringen – fernab digitaler Ablenkung, denn dort gibt es keinen Handyempfang“, erklärte Lewald mit einem Lächeln. In Kooperation mit der Schulsozialarbeit werden ausgewählte Kinder aus Wilhelmshaven, Friesland und demWangerland fünf Tage lang pädagogisch betreut. Dabei erleben sie ein abwechslungsreiches Programm, das spielerisch und kreativ Themen wie Gesundheitsförderung und Gewaltprävention vermittelt.
- Lebensqualität auf letztem Weg stärken (10. Oktober 2025)
WZ-Serie "Sicher im Alter": Ambulanter Hospizdienst steht bei lebensverkürzende Erkrankungen zur Seite Wenn im Alter eine schwere, lebensverkürzende Erkrankung diagnostiziert wird, verändert sich das Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen schlagartig. Ängste, Sorgen und Unsicherheiten treten in den Vordergrund. Gerade in dieser sensiblen Lebensphase spielen ambulante Hospizdienste eine unverzichtbare Rolle: Sie schenken Begleitung, Orientierung und vor allem Menschlichkeit. Das Bild zeigt Koordinatorin Stefanie Gründler und Beate Richter in einer Beratungssituation. Die Ziele Ziel des ambulanten Hospizdienstes Wilhelmshaven-Friesland ist es, schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrer vertrauten Umgebung zu unterstützen. Dabei steht nicht die Verlängerung des Lebens im Vordergrund, sondern die Verbesserung der Lebensqualität und dies bereits ab Diagnosestellung. Entlastung für Angehörige, Belastungen erkennen Nicht nur die Erkrankten selbst benötigen Unterstützung – auch ihre Familien tragen eine enorme Last. Ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter sind da, um zuzuhören, Nähe zu schenken oder einfach Zeit mit den Erkrankten zu verbringen. Angehörige erhalten dadurch Entlastung und Freiraum, um Kraft zu schöpfen. Zudem bieten Hospizdienste Beratung bei organisatorischen Fragen oder in seelsorgerischen Belangen. Ziel ist es, Überlastung von Angehörigen und seelische Krisen rechtzeitig zu verhindern. Ein Beispiel Frau M., 79 Jahre, leidet an einer unheilbaren Krebserkrankung. Ihr Mann kümmert sich rund um die Uhr um sie – liebevoll, aber sichtbar erschöpft. Schon beim ersten Hausbesuch merken die Hospizbegleiter, wie schwer die Situation auch für ihn ist. Durch regelmäßige Gespräche, kleine Auszeiten und die Vermittlung zusätzlicher Unterstützung gelingt es, seine Sorgen frühzeitig aufzufangen. „Ich hätte nie gedacht, dass ich selbst Hilfe brauche“, erzählt Herr M. leise. „Aber ohne die Besuche des Hospizdienstes hätte ich das nicht geschafft. Jetzt habe ich wieder Kraft, an ihrer Seite zu sein.“ Dieses Beispiel zeigt: Prävention bedeutet nicht nur medizinische Unterstützung, sondern auch seelische Stabilisierung – damit Angehörige nicht an der Last zerbrechen. Hospizbegleiterinnen und -begleiter schenken Zeit, Ruhe und Geborgenheit in Momenten, in denen Worte oft fehlen. Angehörige wissen ihre Liebsten in guten Händen und können neue Kraft schöpfen. Ambulant und alltagsnah Ein entscheidender Vorteil der ambulanten Hospizarbeit ist die Möglichkeit, im vertrauten Zuhause zu bleiben. Für viele Menschen ist dies ein großer Wunsch: in den eigenen vier Wänden, umgeben von Familie, Freunden oder geliebten Dingen, den letzten Lebensweg zu gehen. Ehrenamt Die ehrenamtlich Mitarbeitenden des Hospizdienstes arbeiten eng mit Hausärzten, Pflegediensten und Palliativteams zusammen – ein Netz, das trägt. Ambulante Hospizdienste leben vom Engagement vieler Ehrenamtlicher, die mitfühlend und respektvoll an der Seite der Betroffenen stehen. Sie schenken das Wertvollste, was man geben kann: Zeit und Zuwendung. Doch auch die finanzielle Basis ist entscheidend: „Wir finanzieren unsere Arbeit nicht nur über Zuschüsse der Krankenkassen, sondern auch über die Mitgliedsbeiträge unserer Fördermitglieder und weiteren Spenden. Leben in Würde und Halt geben Sicher im Alter bedeutet auch, rechtzeitig Hilfe anzunehmen. Der ambulante Hospizdienst sorgt dafür, dass schwerstkranke Menschen trotz lebensverkürzender Erkrankung in Würde leben können – und dass Angehörige Halt finden. Prävention ist dabei ein Schlüssel: Belastungen erkennen, auffangen und Menschlichkeit schenken. Damit dies auch in Zukunft gelingt, ist Unterstützung ehrenamtlicher Mitarbeit unverzichtbar. Artikel: https://zeitungskiosk.nwzonline.de/titles/wilhelmshavenerzeitung/6387/publications/3434/pages/6/articles/2371849/6/1 WZ-Serie "Sicher im Alter"
- Sicherheit auf dem Gehweg (17.12.25)
WZ-Serie "Sicher im Alter": Der Gehweg dient dem Schutz der Fußgängerinnen und Fußgänger und ist insbesondere für ältere Menschen sowie mobilitätseingeschränkte Personen von besonderer Bedeutung. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass Fahrräder, Pedelecs oder E-Scooter verbotswidrig auf Gehwegen unterwegs sind. Daraus können gefährliche Situationen entstehen.„Der Gehweg ist ein geschützter Raum für Fußgänger – insbesondere für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind“, erklärt Polizeihauptkommissarin Samia Thoebel, Verkehrssicherheitsberaterin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Samia Thoebel ist Verkehrssicherheitsberaterin der PI WHV/FRI Seniorinnen und Senioren sowie Personen mit körperlichen Einschränkungen sind im Straßenverkehr besonderen Risiken ausgesetzt. Kommt es zu einem überraschenden Annähern eines Fahrzeugs auf dem Gehweg, fehlt häufig die Möglichkeit zum Ausweichen. „Gerade ältere Menschen können auf plötzlich auftauchende Fahrräder oder E-Scooter oft nicht mehr schnell genug reagieren“, so Thoebel. Stürze mit schweren Verletzungen, etwa Kopfverletzungen oder Knochenbrüchen, sind mögliche Folgen. Auch das unachtsame Abstellen von E-Scootern auf Gehwegen stellt eine zusätzliche Gefährdung dar. „Solche Unfälle sind in vielen Fällen vermeidbar, wenn einfache Verkehrsregeln eingehalten werden“, betont Thoebel. Nach den Regelungen der Straßenverkehrsordnung gehört der Gehweg grundsätzlich den Fußgängern. Fahrzeuge dürfen ihn nur in wenigen Ausnahmefällen benutzen. Eine gesetzliche Ausnahme besteht für Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr, die mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren müssen, sofern kein Radweg vorhanden ist. Kinder bis zum vollendeten zehnten Lebensjahr dürfen den Gehweg ebenfalls nutzen. Damit wird berücksichtigt, dass Kinder erst ab diesem Alter über die nötigen kognitiven und motorischen Fähigkeiten verfügen, um sicher im fließenden Verkehr auf der Fahrbahn teilzunehmen. Begleitpersonen dürfen Kinder auf dem Gehweg mit dem Fahrrad begleiten. Dabei ist stets auf rücksichtsvolles Verhalten zu achten. Die Geschwindigkeit ist an die Schrittgeschwindigkeit der Fußgänger anzupassen, eine Gefährdung ist auszuschließen. „Rücksicht und angepasste Geschwindigkeit sind hier das A und O“, sagt Thoebel. Für erwachsene Verkehrsteilnehmer gilt grundsätzlich die Pflicht zur Nutzung vorhandener Radwege. Ist kein Radweg vorhanden, ist die Fahrbahn unter Beachtung des Rechtsfahrgebotes zu benutzen. Das Befahren des Gehwegs mit Fahrrädern, Pedelecs oder E-Scootern stellt in diesen Fällen einen Verstoß gegen die Verkehrsregeln dar. „Unabhängig vom Alter gilt: Der Gehweg ist kein Ersatzradweg“, stellt Thoebel klar. Ergänzend weist die Straßenverkehrsordnung in § 1 darauf hin, dass sich alle Verkehrsteilnehmer vorsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten haben, sodass niemand geschädigt, gefährdet, behindert oder belästigt wird. „Mehr Miteinander statt Gegeneinander hilft, Konflikte und Unfälle zu vermeiden“, so Thoebel abschließend. Einen ähnlichen Artikel findet ihr hier: https://zeitungskiosk.nwzonline.de/titles/wilhelmshavenerzeitung/6387/publications/3501/pages/4/articles/2416793/4/2
- Orange Days 2025: Wilhelmshaven schaut nicht weg!
In den zwei Wochen der Orange Days waren im Wilhelmshavener Stadtgebiet erneut zahlreiche orangefarbene Stühle zu sehen. Insgesamt 85 dieser Stühle standen an markanten Orten – jeder einzelne erinnerte symbolisch an eine Frau, die im betreffenden Jahr in Deutschland durch einen Femizid ums Leben gekommen war. Die Aktion war Teil der Orange Days, die am 25. November zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen begonnen hatten. Organisieren die Orange Days (von links): Alina Girschele, Nele Bulla, Marnie Menkens, Samia Thoebel, Jette Hinkelmann, Petra Lüker und Katja Reents. BILD: Björn Lübbe Aufruf zum Hinsehen Bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus bedankte sich Jette Hinkelmann vom SOS-Kinderdorf Wilhelmshaven-Friesland bei allen beteiligten Personen. Rund 120 Teilnehmerinnen aus über 80 Einrichtungen hatten sich angemeldet, um ein gemeinsames Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. Unter dem Motto „Wilhelmshaven schaut nicht weg“ sollte gezeigt werden, wie verbreitet häusliche Gewalt war. Peter Lewald vom Verein Kommunaler Prävention (VKP) wies darauf hin, dass in Deutschland etwa alle zwei Minuten ein Mensch Opfer häuslicher Gewalt wurde – häufig durch Personen aus dem engsten Umfeld. Auch VKP-Geschäftsführerin Marnie Menkens machte deutlich, dass Gewalt im häuslichen Umfeld oft im Verborgenen stattfand. Sie appellierte an die Besucherinnen, aufmerksam zu bleiben und Betroffenen Unterstützung zu signalisieren. Aktionen und Beteiligung aus der Stadtgesellschaft Bis zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember hatten der „Runde Tisch für Häusliche Gewalt“ und zahlreiche Partner ein umfangreiches Programm vorbereitet. So riefen die „Omas gegen Rechts“ am Freitag, 28. November, zu einer Demonstration auf der Rambla auf – unter dem Motto „Wir sagen NEIN zu Gewalt gegen Frauen“. Die Bäckereien Siemens und Kempe unterstützten die Orange Days ebenfalls, indem sie auf ihren Brötchentüten QR-Codes abdruckten, die zu regionalen Hilfs- und Beratungsangeboten führten. Auch viele Schulen beteiligten sich aktiv. Bereits am Vortag hatten Schülerinnen und Schüler der Grundschulen Altengroden und Mühlenweg einen Laternenumzug vom Rathaus zum Jugendamt gestaltet. Dort eröffneten sie eine Ausstellung mit selbst gestalteten Bildern und Plakaten zum Thema „Gewaltfreie Erziehung“, die zwei Wochen lang zu sehen war. Die IGS Wilhelmshaven präsentierte zudem erneut ihre erweiterte Wanderausstellung „Gemeinsam starke Zeichen setzen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“. Die Vernissage dazu fand am Mittwoch, 26. November, um 18 Uhr im Totenweg 1 statt. Eine weitere Ausstellung im Rahmen der Orange Days war im ersten Obergeschoss der Nordsee-Passage zu sehen. Weitere Informationen und das gesamte Programm können Interessierte auf der Website der Stadt Wilhelmshaven unter dem Stichwort „Orange Days“ finden: www.wilhelmshaven.de Einen ähnlichen Artikel gibt es hier: https://zeitungskiosk.nwzonline.de/titles/wilhelmshavenerzeitung/6387/publications/3480/pages/6/articles/2402740/6/2
- Der VKP feiert seine Unterstützer
Zu einem besonderen „Abend der Unterstützer“ hatte der Verein zur Förderung kommunaler Prävention in Wilhelmshaven (VKP) am 24.11.25 in den „Freiraum“ des Bauverein Rüstringen eingeladen. Die Veranstaltung stand ganz im Zeichen der Wertschätzung gegenüber jenen Menschen, Unternehmen und Institutionen, die die Präventionsarbeit in der Stadt mit finanziellen Mitteln oder tatkräftigem Engagement möglich machen. Nach einer herzlichen Begrüßung durch die Veranstaltenden folgte ein geselliger Einstieg: Bei frisch gegrillter Bratwurst kamen Spendende, Mitglieder und Gäste ins Gespräch. Doch im Mittelpunkt des Abends standen die Projekte selbst und die Menschen, die sie tragen. Die Projekte Um greifbar zu machen, was durch die Unterstützung der Fördernden konkret bewirkt wird, kamen Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Projekte zu Wort. Es wurden Einblicke in die Präventionswoche an der IGS sowie an der Grundschule Altengroden gegeben, bei der die Kinder unter anderem ein eigenes Musical erarbeiteten, durch Jugendliche und Kinder dieser Schulen. Außerdem stellte sich ein Träger des Preises für Zivilcourage vor und berichtete von seinem Engagement und seinem Mut im Alltag, um andere zu motivieren nicht wegzusehen. Auch der Frauen-Selbstverteidigungskurs präsentierte aussagekräftig, wie sie sich nach dem Kurs im Kampfkunststudio Krebser gefühlt haben und der Kurs ihr Sicherheitsgefühl gestärkt hat. Anschließend erzählten die Streitschlichter und Friedensengel der Grundschulen nicht nur, wie sie Konflikte lösen: Sie führten sogar live vor Ort vor, wie eine echte Streitschlichtung abläuft. Das Publikum erhielt dadurch einen lebendigen Einblick in die wertvolle Arbeit, die von den Schulmediatoren geleistet wird. Hier zusehen: Die Vorstellung des Streitschlichter-Projektes an den Grundschulen Nutzen für die Gemeinschaft Die Redener und Rednerinnen der Projekte zeigten somit wie wichtig Präventionsarbeit für Sicherheit und Selbstbewusstsein ist und wie wertvoll dementsprechend die Unterstützung ist. Die kurzen Interviews, Berichte und praxisnahen Vorführungen machten zudem deutlich, wie vielfältig die Projekte sind und wie nachhaltig sie das soziale Miteinander in Wilhelmshaven stärken. Viele Gäste sahen an diesem Abend zum ersten Mal welche Wirkung selbst kleine Beiträge entfalten können. Danke auch an die kleineren Unterstützer Der VKP dankt nicht nur den großen Förderenden, sondern ausdrücklich auch den zahlreichen kleineren Unterstützenden, ob mit Geld, Zeit oder tatkräftiger Hilfe. Ebenso gilt der Dank den Mitgliedern des Vereins, die durch ihr kontinuierliches Engagement und Beiträge die Arbeit des VKP in erster Linie tragen und weiterentwickeln. Der Abend endete in einer offenen und zugewandten Atmosphäre – voller Wertschätzung, guten Gesprächen und dem gemeinsamen Wunsch, die wichtige Präventionsarbeit in Wilhelmshaven auch künftig zu stärken und auszubauen.
- Gewalt kommt nicht in die Tüte!
Zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November 2025 startete der Verein Kommunaler Prävention (VKP) erneut die Brötchentütenaktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“. Im Rahmen der Orange Days, die bis zum 10. Dezember andauern, brachte die Aktion gemeinsam mit lokalen Partnern eine klare Botschaft in den Alltag der Wilhelmshavenerinnen und Wilhelmshavener. In diesem Jahr wurden 40.000 Brötchentüten mit dem Aufdruck „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilt. Die Tüten waren mit den Logos der Kooperationspartner versehen und enthielten einen QR-Code, der direkt zu den Hilfsangeboten der Stadt führte. Auf der Website finden Betroffene und Interessierte gebündelt alle lokalen Beratungsstellen und Unterstützungsangebote rund um das Thema Gewalt. „Mit dieser Aktion wollen wir niedrigschwellig aufklären, sensibilisieren und den Zugang zu Hilfe erleichtern“, erklärte Marnie Menkens. „Prävention muss sichtbar sein – direkt im Alltag, mitten im öffentlichen Raum. Die Brötchentüte ist dafür ein einfaches, aber wirkungsvolles Medium.“ Die Aktion wurde von den lokalen Bäckereien Siemens und Kempe aktiv unterstützt, die die Tüten in ihren Filialen weitergaben. Zudem übernahm der Rotary Club Wilhelmshaven die Finanzierung der Aktion und trug so entscheidend zur Umsetzung bei. Bereits vor einiger Zeit hatte der VKP die Brötchentütenaktion in Wilhelmshaven durchgeführt, nun wurde sie überarbeitet, erweitert und mit neuen Partnern umgesetzt. „Unsere Botschaft ist klar: Gewalt darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben. Gleichzeitig wollen wir Betroffene ermutigen, sich Hilfe zu holen und zeigen, wohin sie sich konkret wenden können“. Die Brötchentütenaktion ist ein Beispiel dafür, wie Prävention im Alltag greifbar umgesetzt werden kann – gemeinschaftlich, nah und ohne Umwege. Der Verein dankt allen Partnern und Unterstützern, die mit dieser Aktion ein Zeichen gegen Gewalt, für Aufklärung und für Solidarität gesetzt haben.
- Jeder Stuhl steht für eine Geschichte
„Wir können zwar nicht jede Form von Gewalt verhindern, aber wir können sichtbar machen, was Betroffene erleben – und deutlich zeigen: Ihr seid nicht alleine, wir sehen euch. “ Mit diesen Worten beschreibt Jette Hinkelmann vom SOS-Kinderdorf Wilhelmshaven-Friesland die Motivation hinter den Orange Days. Die Aktionswochen lenken in diesem Jahr zum vierten Mal den Blick auf die weit verbreitete Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Der Arbeitskreis „Runder Tisch häusliche Gewalt“ hat dazu vom 25. November bis zum 10. Dezember ein vielseitiges Programm vorbereitet. Den Auftakt bildet eine Veranstaltung im Rathaus, die aufgrund des großen Interesses bereits lange im Voraus ausgebucht war, wie Marnie Menkens vom Verein zur Förderung kommunaler Prävention berichtet: Mehr als 120 Personen aus über 80 kooperierenden Einrichtungen haben sich angemeldet. Jede beteiligte Institution wird während der gesamten zwei Wochen einen orangefarbenen Stuhl im Stadtgebiet aufstellen. Diese Stühle stehen stellvertretend für Frauen, die Opfer eines Femizids oder eines versuchten Femizids wurden. „Jeder einzelne Stuhl erzählt eine eigene Geschichte“, hebt Hinkelmann hervor. In diesem Jahr wirken erstmals auch die Grundschulen Mühlenweg und Altengroden aktiv mit. Die Kinder haben Plakate und Bilder zum Thema „Gewaltfreie Erziehung“ gestaltet, die ab dem 25. November im Jugendamt zu sehen sein werden. Wollen auf Femizide aufmerksam machen (von links): Alina Girschele (Jugendamt Wilhelmshaven), Marnie Menkens (VKP), Nele Bulla (stellvertretende Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Wilhelmshaven), Katja Reents und Samia Thoebel (beide Präventionsteam Polizei), Petra Lüker (Stiftung „Dein Zuhause hilft“) und Jette Hinkelmann (SOS-Kinderdorf Wilhelmshaven-Friesland). BILD: Alex Tegeler Femizide – schwierige Datenerfassung Nach der Auftaktveranstaltung am 25.11.25 um 15 Uhr ziehen die Schüler innen gemeinsam mit Unterstützer innen in einem Laternenumzug vom Rathaus zum Jugendamt. Auch in der Nordseepassage wird es während der Orange Days eine Ausstellung geben. Nach Recherchen des Instagram-Projekts „femizide_stoppen“ gab es im Jahr 2025 bundesweit etwa 78 Femizide (Stand: Oktober 2025). Die Zahl basiert auf der polizeilichen Kriminalstatistik sowie Medienberichten. „Eine genaue statistische Erfassung ist schwierig, weil ‚Femizid‘ kein juristisch klar definierter Begriff ist“, erklärt Polizeihauptkommissarin Katja Reents von der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland. Ob ein Fall als Femizid gilt, müsse im Einzelfall bewertet werden. Reents nennt ein Beispiel: Tötet ein Mann zunächst seine Ehefrau und verunglückt anschließend absichtlich mit den Kindern im Auto, wird dies polizeilich nicht als Femizid, sondern als erweiterter Suizid geführt. Hilfe niedrigschwellig zugänglich machen Häusliche Gewalt betrifft Menschen aller sozialen Hintergründe. „Sie kann in jeder Familie vorkommen – unabhängig von Einkommen, Bildungsstand oder sozialem Status“, betont Hinkelmann. Besonders gefährlich sei es oft in Phasen der Trennung. Um Betroffenen unauffällig Informationen zugänglich zu machen, wurde gemeinsam mit den Bäckereien Kempe und Siemens die Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ entwickelt: Während der Orange Days werden Brötchentüten mit QR-Codes ausgegeben, die direkt zu lokalen Beratungs- und Unterstützungsangeboten führen. Das vollständige Programm der Orange Days ist auf der Website der Stadt Wilhelmshaven unter dem Stichwort „Orange Days“ zu finden. Das bundesweite Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist rund um die Uhr unter der Nummer 116 016 erreichbar. Einen ähnlichen Artikel gibt es hier: https://zeitungskiosk.nwzonline.de/titles/wilhelmshavenerzeitung/6387/publications/3473/pages/6/articles/2398075/6/1












